Bericht zur Tour
Autor
Franziska Krebs
Erstellt am
03.05.2026 20:55
Letzte Änderung
03.05.2026 20:55
Tourenbericht

1.Tag mit Muskelkater Garantie
Anreise nach Martigny und mit dem Taxi nach Fionnay. Von dort ging es mit gefühlten ü 50 Doppelspitzkehren (ü50 nicht auf die Teilnehmer:Innen bezogen) hinauf, ruppig und mehrmals Skier an und abgezogen. Es war ein schweisstreibender, sehr durstiger Aufstieg. Zum Glück gab es unterwegs Suonen mit fliessendem Wasser und unseren "Kiosk" namens Christian. Nach ungefähr 6 Stunden, diversen inneren Monologen ("Warum machst du das?") erreichten wir die Cabane de Panossière.
Die Belohnung war ein filmplakatverdächtiges Panorama vor dem Grand Combin — so schön, dass wir kurz vergaßen, wie sehr wir nach einem Bier oder Rivella lechzten. Erholungszeit danach war wenig, da das Frühstück unverhandelbar zwischen 5-6 einzunehmen war.
2.Tag: Depots Installationen
Nach dem harten Hüttenzustieg fühlten sich die Muskeln eher schwer an und die holprige Abfahrt von der Hütte auf den Gletscher war nicht unbedingt eine Wellnesssequenz…die müden Muskeln und der begleitende Kater führten unterwegs zu drei Depots mit einer bis drei Stunden Wartezeit. Zu fünft nahmen wir die letzten Höhenmetern hinauf zum Petit Combin (3662), auf dem wir für einmal keinen Heliskiern begegnet sind. Im Fluss einer traumhaften Sulzabfahrt, sammelten wir unterwegs all unsere "Depots" wieder ein und genossen nach dem wiederum schweisstreibenden Hüttenaufstieg einen spendierten Apéro
Tag 3: Dann waren’s nur noch 5… Um 07:00 Uhr machten sich sieben kleine SAClerlein auf — und kurz darauf waren’s nur noch fünf. Verzicht auf weitere Depots, dafür Umkehr, bevor sich der Gletscher des Grand Combin zum Col du Tournelon Blanc steil und hart hinaufzog. Oben angekommen, sahen wir, dass in nächster Zeit wohl wieder mal die Namen auf der Landeskarte geändert werden müssten. So zum Beispiel der Tournelon Blanc zum Tournelon noir.... der Gipfel präsentierte sich als einziger Haufen aus schwarzem Geröll und Lehm, sodass wir auf dessen Besteigung verzichteten und uns mit dem schneebedeckten Vorgipfel (Punkt 3622) begnügten. In der Hoffnung, dass der steile Westhang vom Col hinunter etwas aufsulzt und unser Gehirn vor zu grossen Erschütterungen schützt, machten wir eine Stunde Pause... Wären wir bis zur „optimalen“ Zeit geblieben, hätten wir womöglich die Hütten-Omelettes, Risottos und Plättli’s verpasst. Fazit: lieber ein bisschen durchgeschüttelt im Kopf, dafür satt und glücklich im Magen.. Die Abfahrt war griffig, wenn auch Vorsicht geboten war, denn das Blankeis kam an einigen Stellen unerbittlich hervor.
Tag 4: Vom Winter in den Frühling
Nachdem niemand den vieldiskutierten Helikopterabflug in die Tat umsetzen wollte, fuhren wir zu acht morgens um 6 los, die Moräne hinunter Richtung Gletscher. Weil unser Seil und Wasserträger so fit ist, schickte Walter ihn nochmal hoch, um sein Natel zu holen; kurzzeitig waren wir zu siebt unterwegs, fanden aber schnell wieder zusammen und starteten den Abschlusstag als komplette Gruppe Richtung Col de Panossière (3458m) .
Der spannendste Abschnitt dieser Route war wohl der Aufstieg mit Steigeisen und Pickel zum bereits sehr sommerlichen Col de Panossière und die anspruchsvolle Wegfindung durch große Lawinenzüge nach den schönen Hängen des Glaciers de Boveire.. Ab etwa 2100m war dann Schluss mit Ski und der Frühling mit wunderschönen Blumenwiesen und einer Ringelnatter im Weg hiessen uns willkommen. In etwa 40 Minuten Fussabstieg erreichten wir Bourg-St.-Pierre, wo uns nach einer kurzen Rast das Taxi wieder nach Martigny zurückbrachte. Um dem Motto der Woche treu zu bleiben, trennten sich unsere Wege wieder in Visp und die einen fuhren weiter zum Essen nach Brig und die anderen stiegen in Visp um in den wie üblich überfüllten Zug.
Fotos von den Teilnehmenden